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Arnulf Bleck, ITS-Geschäftsführer

Am Freitag vergangener Woche ist die transport logistic 2019 in München zu Ende gegangen. Wir sprachen mit Arnulf Bleck, Geschäftsführer der Efficient-Consumer-Response ITS GmbH (ITS), über seine Eindrücke auf und von der weltgrößten Logistikmesse transport logistic. ITS entwickelt intelligente Transport- und Service-Konzepte und ist ein eigenständiger Geschäftszweig der ECR-Solutions Servicegesellschaft mbH (ECR). Der Fuhrpark- und Flottendienstleister ECR hat in in diesem Jahr auf der Münchner Messe seine innovativen Produkte vorgestellt.

 

Herr Bleck, Digitalisierung, Telematik, effiziente Prozessabläufe – das sind Ihre Kernthemen. Welche Rolle haben diese auf der transport logistic in diesem Jahr gespielt?

 

Arnulf Bleck: Beherrscht wurde die Messe sicherlich auch von den Themen Fachkräftemangel innerhalb der Branche und den Auswirkungen der Störungen im internationalen Handel ausgehend von den USA – zumindest was die öffentliche Wahrnehmung anbelangt. Meiner persönlichen Einschätzung nach aber waren Digitalisierung, Telematik und Künstliche Intelligenz die eigentlichen Top-Themen auf der Messe. Bei meinen Gesprächen, die ich hier auf der transport logistic geführt habe, war immer wieder die Frage im Mittelpunkt: Wie kann ich meine Geschäftsprozesse effizienter gestalten, so dass ich Kosten sparen kann und mein Unternehmen auch in Zukunft im Wettbewerb gut dasteht? Ohne Digitalisierung und den Einsatz von Telematik– etwa in der Transportwirtschaft oder im Fuhrpark – kann diese Frage aber nicht positiv beantwortet werden. Insofern waren wir hier auf der Messe mit unseren smarten Produkten und Dienstleistungen, die sich alle genau um diese Themen drehen, bestens aufgehoben.

 

Stichwort Konkurrenz: In diesem Jahr war auf der transport logistic erstmals China besonders stark vertreten …

 

In der Tat, chinesische Unternehmen waren wieder stärker präsent. Und auch hier zeigt sich: Die digitale Transformation, in der sich heutzutage die Logistikwirtschaft befindet, ist ein wichtiges, ein globales Thema – und wird zunehmend als attraktives Geschäftsfeld von den Unternehmen aus Fernost bewertet und sehr viel offener als in Europa diskutiert. Das dürfen wir Alle nicht unterschätzen. Ich habe aber auf der Messe durchaus neue digitale Ansätze und Software-Entwicklungen von Unternehmen aus Europa –vor allem den sogenannten Start-ups – gesehen, die für die Logistikbranche interessant sein könnten. Ich denke, einige, auch etablierte Dienstleister dürften sich hierzulande deshalb durchaus in Zugzwang sehen.

 

Sie auch?

 

Als mittelständisches Unternehmen ist es unser „täglich Brot“ in Innovationen zu denken. Wir haben uns nie auf unseren Erfolgen ausgeruht. Und wir sind den harten Konkurrenzkampf auch mit den „Großen“ innerhalb unserer Branche gewohnt – das haben wir immer als Ansporn empfunden, unsere Produkte noch leistungsfähiger, noch kundenorientierter zu machen. Insofern sehen wir uns nicht unter „Zugzwang“. Wir sagen „Konkurrenz belebt das Geschäft“ und setzen weiterhin auf hohe Qualität in der Entwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen. Unser Credo: Wir stellen immer die Anforderungen unserer Kunden in den Mittelpunkt. Das heißt: Wir schneidern sozusagen immer „neutrale digitale Maßanzüge“ für Fuhrpark- und Flottenbetreiber, und versetzen sie so in die Lage, ihre Geschäftsprozesse, die gesamte Supply Chain, auf Effizienz zu trimmen. Dieses unterscheidet uns von vielen Anbietern, die entweder direkt oder auch indirekt zu einem großen Nutzfahrzeughersteller oder einem der Hauptlieferanten der Nutzfahrzeugindustrie gehören, und wo nur das eigene Produkt im Fokus steht.

 

Um innovative Produktentwicklungen voranzutreiben, gehen Sie auch Kooperationen ein?

 

Aber natürlich! Wir arbeiten eng mit ausgesuchten Partnern zusammen, um das bestmögliche Produkt, die beste Dienstleistung entwickeln und anbieten zu können. Lassen Sie mich dies kurz durch ein Beispiel erläutern. ECR war –wie schon vor zwei Jahren – auf der transport logistic Mitaussteller auf dem Stand der Berghof Automation GmbH. Gemeinsam haben wir unsere neuesten Kooperationsprojekte vorgestellt: das innovative Management- und Steuerungssystem YARD und das Self Benchmarking Tool für Flotten, den YARD CALCULATOR. Dabei handelt es sich um ein leistungsstarkes Software-Tool, das auf unterschiedlichste Fahrzeugtypen zugeschnitten ist, also auf Sattelzugmaschinen oder Wechselbrückenfahrzeuge ebenso wie auf Spezial-Rangiermaschinen. Das Tool optimiert nachhaltig die Hoflogistik. Für den Benchmark der Kosten im Yard Management gab es das bislang für Flottenbetreiber nicht. Dieses Kooperationsprojekt mit der Berghof Automation GmbH füllt also eine echte Lücke – und bietet enormen Mehrwert für die Nutzer. Die Zusammenarbeit hat also zu einer klassischen Win-Win-Situation geführt.

 

Können Sie auch anderen kleinen und mittelständischen Unternehmen die Teilnahme an der transport logistic empfehlen?

 

Auf jeden Fall. Wenn nicht mit eigenem Stand, dann als Mitaussteller bei Partnerunternehmen oder auf Gemeinschaftsständen etwa von Regionen. Auf der weltweit größten Logistikmesse mitzumachen, bringt schon besondere Erfahrungen und Einsichten mit sich. Hier trifft sich die gesamte Branche. Hier werden Geschäfte angebahnt, Kontakte geknüpft – die Messe bietet halt ein echtes Podium für das eigene Unternehmen. Ich kann nur sagen: Mitmachen lohnt sich.

 

Sie sind auf der nächsten transport logistic im Mai 2021 wieder dabei?

 

Nach der Messe ist vor der Messe. Auf jeden Fall sehen wir uns in München. In welcher Form wir uns beteiligen, ist noch nicht entschieden. Erst einmal werten wir unsere Erfahrungen der diesjährigen transport logistic in aller Ruhe aus.

 

Herzlichen Dank für das Gespräch!