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Im urbanen Raum ist die elektrische bzw. elektrifizierte Mobilität bereits auf dem Vormarsch. In der Fernlogistik stößt sie allerdings vor allem durch die enormen Fahrleistungen und hohen Batteriegewichte an ihre Grenzen. Eine alternative Technologie bietet hier der Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) als Kraftstoff. Dazu schicken der Technologiekonzern ZF, der Fahrzeughersteller Iveco und die Lakner Spedition drei Flüssigerdgas-Trucks in den Einsatz.

 

Weniger Stickoxide, weniger CO2, kaum Rußpartikel und weniger Lärm: Fahrzeuge, die mit Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) betankt werden, haben viele Vorteile. Diese wollen ZF, Iveco und die Spedition Lakner nun gemeinsam ausspielen. Ab diesem Monat fahren drei schwere Lkw Iveco Stralis NP für ZF. Mit jeweils einem 460 PS starken LNG-Motor und dem ZF-Getriebesystem TraXon ausgestattet, werden diese drei Trucks Lkw- und Pkw-Getriebegehäuse zwischen den ZF-Produktionsstätten von Nürnberg (Guss) nach Friedrichshafen (Bearbeitung und Montage) transportieren.

 

Emissionen senken, Wertschöpfungskette erhalten

 

„Mit Iveco und Lakner haben wir zwei starke Partner für dieses Projekt gewonnen“, kommentiert Wilhelm Rehm, Vorstandsmitglied von ZF und verantwortlich für Materialwirtschaft, Nutzfahrzeugtechnik und Industrietechnik, den Einsatz der LNG-Trucks. „Wenn uns eine sofort wirksame Emissionssenkung über alle Verkehrsbereiche hinweg gelingen soll, sollten wir pragmatisch handeln – und bereits existierende Technologie dort einsetzen, wo sie sinnvoll ist.“

 

Christian Sulser, Vorstand Vertrieb und Marketing der IVECO Magirus AG, ist überzeugt, dass diese Technologie im Fernverkehr die Richtige ist: „Der Klimawandel wartet nicht. Wir begrüßen es, dass ZF und Lakner mit unseren Methan- (Erd-/ Biogas) Fahrzeugen bereits jetzt anfangen, die Emissionen spürbar zu senken.“

 

Die Fakten sprechen für sich:

 

Die bei der Verbrennung von LNG anfallenden Stickoxide, verantwortlich für die Diskussionen um Einfahrverbote in Städte, liegen 90 Prozent unterhalb derer eines Diesels. Der Partikelausstoß liegt beim Methanmotor aufgrund der Reinheit des Kraftstoffs (CH4) an der Nachweisgrenze, und selbst bei Verwendung fossilen Methans sind die CO2-Emissionen um 15 Prozent niedriger. Einen Schritt weiter geht man mit der Verwendung regenerativ erzeugten Methans: Hier kann je nach Beimischung eine CO2 Reduktion von bis zu 95 Prozent gelingen. Durch das Verbrennungsverfahren im Methanmotor ist das Fahrzeug zudem 30 Prozent leiser. Weitere Einsparungen sind durch die Elektrifizierung möglich, denn auch dieses Konzept lässt sich mit einem Hybridmodul am Getriebe kombinieren.