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Für das Forschungsprojekt Hansebloc, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)  gefördert wird, haben sich verschiedene Universitäten, IT-Spezialisten und Logistikunternehmen zusammengeschlossen. Das Ziel ist, den Frachtbrief zu digitalisieren, fälschungssicher mit dem Produkt zu koppeln und relevante Zusatzinformationen wie Temperatur oder Vibrationen aufzunehmen.

 

Für die Transport- und Logistikbranche, wo sehr hoher Zeit- und auch Wettbewerbsdruck herrschen, hat das eine große Bedeutung. Schließlich soll der Austausch von Gütern möglichst störungsfrei ablaufen, zumal über Ländergrenzen hinweg.

 

Derzeit liegen Transportdokumente und Zollformulare oft noch in Papierform vor oder sie werden per E-Mail und Cloud-Speicher ausgetauscht; auch Frachtbörsen gibt es für diesen Zweck. Aber es fehlt an einheitlichen Standards. Und wo verschiedene Software-Lösungen und Schnittstellen im Einsatz sind, da können Fehler passieren und Manipulationen leichter möglich sein. Dagegen hilft die Blockchain-Technologie, bei der es sich kurzum gesagt „um eine verteilte Datenstruktur in Form einer verketteten Liste handelt“, sagt Volker Skwarek, der an der HAW Hamburg die Forschergruppe Blockchain-Technologien leitet. „Über kryptografische Methoden wird zudem sichergestellt, dass Einträge nachträglich nur mit erheblichen Aufwand verändert werden können.“

 

„Blockchain“ ist vor allem durch Kryptowährungen wie Bitcoin bekannt

 

Weil also Informationen – anders als bei einer zentralen Kommunikationsplattform – dezentral, in einem Netzwerk unter allen Teilnehmern verteilt, abgelegt werden, fallen Änderungen sofort auf. Sie sind deshalb nur im Konsens mit den anderen Teilnehmern dieses Netzwerkes möglich. Der Begriff „Blockchain“, in der Öffentlichkeit vor allem durch Kryptowährungen wie Bitcoin bekannt geworden, ist genau genommen die Kurzform für „Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologien“ (BC/DLT) , erläutert Skwarek. „Darunter versteht man ein Protokoll aus Verteilen und Verketten sowie Konsens über Transaktionen. Daten werden in Transaktionen verpackt, versendet und durch Verkettung untereinander gegen Manipulationen abgesichert.“ Das ermögliche eine hierarchiefreie, vertrauenswürdige, verteilte und asynchrone Kommunikation.

 

Für die Einbettung von Daten aus der realen Welt sind Sensoren notwendig

 

Notwendige Voraussetzung war es erst einmal, die Prozesse zu analysieren, erklärt Julian Kakarott, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes Hansebloc. Auf diese Weise könne man herausfinden, wie sich der Informationsaustausch zwischen den Teilnehmern elektronisch abwickeln lasse. Der nächste Schritt ist dahin zu kommen, Daten aus der realen Welt in die Blockchain einzubetten. Dafür müssen Sensoren gebaut werden, die beispielsweise Temperatur und Gewicht der Ware messen und regelmäßig Standortdaten in den Datensatz der Blockchain einspeisen. Die gewünschten Informationen müssen demnach in ein elektronisches Format gebracht und in Echtzeit hochgeladen werden.

 

Das von der Logistik-Initiative Hamburg (LIHH) https://www.hamburg-logistik.net betreute Blockchain-Konsortium Hansebloc geht nun in die 2. Phase, das Projekt befindet sich auf der Zielgeraden. Es soll der Prototyp für die Blockchain-Lösung finalisiert und getestet werden. Darüber hinaus sollen erste Ansätze zur Anbindung an eine Sensorchain sowie zur Entwicklung eines gemeinschaftlichen Governance-Modell realisiert werden.

 

Weitere Informationen zum HANSEBLOC-Projekt

(gefördert vom BMBF im KMU-NetC-Programm)

 

  • Projektlaufzeit: bis September 2020 
  • Projektvolumen: rund 3,1 Millionen Euro, von denen das BMBF etwa 1,9 Millionen Euro an Förderung zur Verfügung stellt
  • Das Konsortium: 4 Logistikdienstleister (Emons Multitransport GmbH, Kroop & Co. Transport + Lo-gistik GmbH, Sovereign Speed GmbH, SHOT LOGISTICS GmbH),  4 IT-Dienstleister und Blockchain-Experten (Chainstep GmbH, consider it GmbH, HEC GmbH, itemis AG), 2 Hochschulpartner (HAW Hamburg, Kühne Logistics University), ein Projektkoordinator (Logistik-Initiative Hamburg)